Thursday, August 28, 2008

Meine WG

Wird mal Zeit für eine kleine Vorstellung meiner WG, zumal ja einige von euch die Leute hoffentlich auch bald persönlich kennen lernen werden - und die anderen so langsam mal wissen sollten, von wem ich da eigentlich immer erzähle:

Das ist Miri - die beste Zimmernachbarin, die man sich nur wünschen kann. Projekt: Ökologische Clubs. Sie versucht Kindern ein Umweltbewusstsein zu vermitteln. Denkbar schwierig in einem Land, in dem man was das betrifft fast bei Null anfangen muss und viele Vorhaben schon an Kleinigkeiten scheitern wie dem Material. Trotzdem ist sie immer bewundernswert positiv eingestellt und ich möchte ihre Gesellschaft hier um keinen Preis missen. Zumal sie immer genau zu wissen scheint, wie es mir gerade geht und warum - so wie das sonst nur meine Mama kann.


Steffi ist sozusagen mein Boss. Sie koordiniert alle weltwärts-Leute, die von AFS zu FSL, der Partnerorganisation hier in Indien, geschickt werden - und auch viele andere. Wenn ich später mal einen guten Arzt brauche, dann gehe ich zu ihr. Steffi studiert nämlich Medizin und ich vertraue ihren Entscheidungen blind. Sie ist hart oder einfühlsam - genau so wie es die Situation erfordert. Was wäre FSL ohne Steffi? Das will ich mir gar nicht vorstellen.


Sandra ist meine Kollegin im Ökotourismus-Projekt. Wir sind ein super eingespieltes Team und es macht Spaß, mit ihr unterwegs zu sein, auch weil ihr immer Sachen passieren, die sonst keiner erlebt, die aber mein Indien erst zu dem machen, was ich so lieb gewonnen habe. Zusammen lassen wir uns nicht unterkriegen und bauen uns gegenseitig auf, wenn mal wieder was nicht so gelaufen ist wie geplant. Aber auch das kann ich inzwischen - nicht zuletzt Dank ihr - auch meistens mit Humor nehmen.

Gemma ist ebenso wie Steffin Koordinatorin für diverse Projekte und die einzige Waliserin in einem Haus voller Deutscher. Dank ihres britischen Humors kommt sie damit aber glücklicherweise gut zurecht - und wir werden angehalten, Englisch zu sprechen, so dass wir uns nicht ganz (aber trotzdem noch sehr) wie eine deutsche Kolonie hier fühlen. Ohne Gemma, die erst zwei Monate nach uns ins Haus gezogen ist, würde uns hier eine Menge fehlen und diese WG wäre nicht das, was sie ist: Die beste nämlich, die man sich nur wünschen kann. Ihr könnt euch sicher sein, dass ich nicht besser als in dieser Gesellschaft aufgehoben sein könnte.

Und dann ist da natürlich noch Maartje aus den Niederlanden, von der ich viel erzähle und die zwar nicht räumlich (weil unsere Nachbarin), aber doch gefühlsmäßig zu unserer WG gehört. Sie leitet Japti, ein Projekt für behinderte Kinder und hat darin unglaublich viel erreicht, obwohl behinderte Kinder hier in Indien so gut wie gar keine Lobby haben. Das war möglich, weil sie ein groooßes Herz hat und einen ebenso scharfen Verstand und ich denke, dass sie genau die Richtige ist, um das für einen guten Zweck wie diesen einzusetzen.

Ihr Antrieb ist zum Beispiel dieses Lächeln. Das ist Divia, ein Mädchen aus Japti, auf dem Arm von Shoba, unserer Nachbarin, von der ich ebenfalls viel erzähle, weil sie uns bei so gut wie allem hilft. Und selbst wenn es erst mal heißt "not possible", wie so häufig, ob es den Kauf eines gebrauchten Fahrrads oder die Organisation eines Feuertanz-Lehrers betrifft (Sandra macht das), dann macht Shoba es irgendwie "possible" mit einer charmanten und herzlichen Art, die ich - das weiß ich jetzt schon - zurück in Deutschland sehr vermissen werde. So wie alle anderen hier.

Ich glaube, jetzt versteht ihr noch besser, warum es mir hier so gut geht - ich hätte es einfach nicht besser treffen können.

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