Sunday, May 11, 2008

Chaos und Kinderarbeit




Unseren Tag in Bangalore verbrachten wir damit, durch die Stadt zu schlendern (was eigentlich nicht das richtige Wort ist, weil man staendig vor Fahrzeugen auf der Hut sein muss und die Strassen unglaublich ueberfuellt mit Menschen sind, so dass man keinesfalls bummeln kann). Ich liess mir, weil ich kaum Kleidung mitgenommen hatte, gleich drei Salwar Kameez schneidern, die traditionelle indische Kleidung, die aus Hose, Tunika und Schal besteht und sich als sehr luftig und fuer Temperaturen von um die 40 Grad als sehr praktisch erweist (mit dem Schal kann man sich prima den Schweiss abwischen). Jedes Set kostet umgerechnet etwa sechs Euro und ist massgeschneidert. Erst besorgt man sich bei Stoffhaendlern das Material, dann laesst man es sich beim Schneider naehen, was unglaublich schnell geht: in einer Stunde waren die Kleider fertig, dabei hatte der Schneider noch zig andere Auftraege. Was wir leider erst beim Abholen der Kleidung bemerkten: Der kleine Junge, der erst so wirkte, als wuerde er mit dem Naehzeug spielen, war offenbar leider auch in den Familienbetrieb eingebunden, faedelte Baender in die Hosen usw. Habe also gleich am ersten Tag Kinderarbeit unterstuetzt. Passiert mir hoffentlich auch nie wieder, obwohl man ja bei dem Stoff auch nicht sagen kann, wie er fabriziert wurde...

Die Maedels auf dem Foto sind uebrigens Sandra (links) und Steffi.

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